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Diabetes in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Stoffwechselstörung die bei Schwangeren während der Schwangerschaft auftreten kann. Unter diesen zwei Navigationspunkten erfahren Sie mehr dazu.

Das Beste für Mutter und Kind

Liebe Patientin,

Sie erwarten voller Vorfreude ihr Baby und haben einen Gestationsdiabetes oder auch einen vorbestehenden Diabetes mellitus Typ I oder II. Ein Gestationsdiabetes bedeutet viel mehr als nur eine kurze Zeit der Diät mit oder ohne Insulin in Ihrem Leben und auch in dem Ihres Kindes. Für die Mütter bedeutet die Diagnose das Risiko eines sogenannten „Altersdiabetes“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% innerhalb von 10 Jahren, so daß man von „Alter“ eigentlich nicht sprechen darf. Für die Kinder bedeutet das Vorliegen eines Diabetes ein Programmierung fürs Leben, die wir Epigenitik nennen. Das heißt, Kinder deren Mütter an einem Gestationsdiabetes erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alter bis 10 Jahren adipös (dick) zu werden mit allen Folgeerkrankungen wie z.B. Bluthochdruck bereits im Teenageralter. Eine große Studie (HAPO-Studie) hat 2018 die Ergebnisse von 25.000 nachuntersuchten Kindern veröffentlicht, die inzwischen 12 Jahre alt sind. Dabei sieht man, das die „Diabetes“-Kinder zu fast 37% adipös sind. Kinder deren Mutter kein Diabetes hatten nur zu 8,5%.

Das gute ist, Sie können aktiv helfen diese Risiken zu verhindern:

Stillen

Mütter, die mindestens 3 Monate (besser sind 6 und mehr) möglichst ausschließlich stillen, reduzieren ihr Risiko für eine Altersdiabetes wieder um fast 50%. Ein schöner Nebeneffekt des Stillens ist, das die Gewichtsreduktion nach der Schwangerschaft schneller und einfacher ist und auch dies trägt natürlich zu einer Senkung des Risikos bei. Für das Kind bedeutet dies eine erneute Umprogrammierung. 4-6 Monate ausschließliches Stillen bedeutet für das Kind, das man im Alter von 10 Jahren keinen Unterschied mehr hat zu den Kindern, deren Mütter keinen Diabetes hatten.

präpartales Kolostrum / Vormilch

Neugeborene diabetischer Mütter haben direkt nach der Geburt ein erhöhtes Risiko zu unterzuckern. Je besser Ihre Blutzuckerwert in der Schwangerschaft sind umso geringer, aber das Risiko besteht bei jedem Gestationsdiabetes. Eine ausgeprägte Unterzuckerung bringt einen Aufenthalt in der Kinderklinik mit sich, den wir natürlich für Mutter und Kind auf jeden Fall vermeiden möchten.

Um eine Unterzuckerung nach der Geburt zu vermeiden, sollte gemäß unserer Leitlinien innerhalb von 30 min die erste Mahlzeit, optimaler Weise Muttermilch, erfolgen. Vorgefertigte Babynahrung sollte hierbei an 2. Stelle stehen, da eine Sensibilisieren auf Kuhmilcheiweiß und die Beeinflussung der Ausbildung der kindlichen Darmbesiedelung eintreten kann.

Ab der 16.SSW beginnt der Körper mit der ersten Phase der Milchbildung, die dann mit der Geburt unmittelbar in die 2.Phase übergeht. Daher haben wir unter Umständen zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht ausreichend Kolostrum. Auch hier können Sie wieder aktiv werden, denn es gibt eine Möglichkeit, Kolostrum schon vor der Geburt mittels Handentleerung zu sammeln. Nicht nur das, denn bei Müttern die bereits präpartal Kolostrum gewonnen haben, sind die ersten Milchportionen nach der Geburt deutlich höher als bei denen die nicht vor der Geburt schon eine Handentleerung vorgenommen haben. Wenn ihr Baby nicht trinken mag oder Sie einen Kaiserschnitt haben, bekommt ihr Baby in den ersten wichtigen 30 min ihr mitgebrachtes Kolostrum tröpfchenweise bis sie selber anlegen können um den Blutzucker so stabil wie möglich zu halten.

Nach der Geburt

Um auch nach der Geburt den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und die Milchbildung optimal anzuregen sollten Sie nach Bedarf anlegen, dass heißt beim kleinsten Hungerzeichen/Wachsein des Kindes. Ist das Kind zu schläfrig, was durchaus nichts ungewöhnliches ist, dann entleeren sie die Brust nochmals mit der Hand und das Baby bekommt die Milch tröpfchenweise ohne große Anstrengung. Sie sollten in den ersten Tagen auf 8-12 x/24h Mahlzeiten (Stillen/Milchgewinnung per Hand) pro 24 h kommen um den Start zu optimieren. Die Milchpumpe ist auch eine Möglichkeit, aber innerhalb dieses Zeitfensters weniger effektiv als die Handentleerung und damit an zweiter Stelle. Dies ist gerade nach einer anstrengenden Geburt noch mal eine anstrengende Zeit, die sich aber in jedem Fall lohnt.

Wir stehen Ihnen gerne sowohl bei Fragen oder Problemen der vorgeburtlichen Kolostrumgewinnung, im Stillvorbereitungskurs, als auch beim Stillstart in der Klinik und natürlich auch darüber hinaus beratend zur Verfügung und freuen uns auf Sie.

Ihr Team der IBCLC-zertifizierten Laktationsberaterinnen

Wissenswertes rund um die Anmeldung bei (Gestations-)Diabetes

Wenn Sie einen Diabetes, egal welcher Ursache haben, so wird Ihr Frauenarzt Sie mit einer Überweisung in unserer Sprechstunde zur Geburtsplanung vorstellen. Im Rahmen dieser Sprechstunde machen wir einen Ultraschall und Doppler, um die vorliegende Situation des Kindes einschätzen zu können und planen den weiteren Ablauf mit Ihnen. Solange Sie kein Insulin spritzen müssen kann man, vorausgesetzt das Kind zeigt keine Auffälligkeiten im Ultraschall in die Terminüberschreitung gehen. Wenn Sie Insulin spritzen empfehlen wir gemäß der aktuellen Leitlinien die Einleitung spätestens ab dem Entbindungstermin. Auch hier ist der Zeitpunkt der Einleitung sehr davon abhängig wie Ihre Zuckerwerte sind und ob das Kind Auffälligkeiten in der Sonographie zeigt.

Im Rahmen dieser Geburtsplanung erläutern wir Ihnen die Kolostrumgewinnung und geben Ihnen Materialien und Informationen, über den Umgang mit Kolostrum, mit nach Hause. Es gibt ein Video zur Kolostrumgewinnung, dass Ihnen bildlich noch einmal zeigt, was Sie in der Beratung gehört haben:

Video - Kolostrum gewinnen

Eine kleine Anmerkung zum Video: hier wird darauf hingewiesen, dass man nicht vor der 39+0 SSW mit der Gewinnung beginnen sollte. Wir starten mit unseren werdenden Müttern bereits ab der 37+0 SSW um einen entspannten Zeitraum zu haben und möglichst allen Kindern diabetischer Mütter Kolostrum anbieten zu können, auch denen, die bereits vor 39 Wochen entbunden werden. Einen Nachteil, wie zum Beispiel das Auslösen einer Geburt, durch die Brustmassage, haben wir nie gesehen. Wenn Ihnen dies Zuhause allein oder mit Hilfe Ihrer Hebamme nicht gelingen sollte, so dürfen sie sich gerne unter der Telefonnummer 02166 394-2241 (Wochenstation) melden und wir geben Ihnen einen Termin bei einer unserer Laktationsberaterinnnen, die mit Ihnen die Gewinnung vor Ort bei uns übt. Darüber hinaus bieten wir einen Stillvorbereitungskurs an. Auch hier lernt man viele Dinge bereits im Vorfeld und geht entspannter an den Stillstart heran. Wenn Sie Interesse haben, so melden Sie sich ebenfalls unter der 02166 394-2241.

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Klinik für Frauenheilkunde & Geburtshilfe
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
Telefon 02166 394-2201
Telefax 02166 394-2719
E-Mail: frauenklinik@sk-mg.de

Fragen zu Corona & Schwangerschaft

 

 

Auszeichnungen & Zertifizierungen

 

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