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Gefäßzentrum Mönchengladbach

Gefäßradiologie

Das Fachgebiet der Radiologie beinhaltet nicht nur bildgebende Verfahren wie die Computertomographie oder die Kernspintomographie, sondern auch die interventionelle Radiologie. Hiermit sind minimal-invasive, bildgestützte Behandlungen von Gefäßerkrankungen mittels Kathetertechniken gemeint. Alters- und lebensstilbedingte Erkrankungen der Blutgefäße wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) lassen sich oft interventionell wirkungsvoll und patientenschonend behandeln.

Das Spektrum der Interventionellen Radiologie der Klinik für Radiologie und Gefäßradiologie der Städtischen Kliniken Mönchengladbach reicht von rekanalisierenden und rekonstruierenden Gefäßinterventionen über gefäßverschließende Maßnahmen bis zu interventionell-onkologischen Eingriffen.

Die Diagnostik der Gefäße erfolgt im Vorfeld heutzutage durch eine nicht-invasive Darstellung der Gefäße – entweder Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT). Beide Verfahren bieten heute eine große diagnostische Sicherheit, reichen aber in der Bildqualität weiterhin nicht an die unmittelbare präinterventionelle Darstellung in der digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) heran.

Das interventionelle Team der Radiologie besteht aus fünf Ärzten. Chefarzt Prof. Blondin und die Oberärzte B. Paulußen und Dr. C. Starke sind federführend verantwortlich. Mit mehr als 550 minimalinvasiven Eingriffen im Jahr verfügt das Team der Klinik für Radiologie und Gefäßradiologie über ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz in der Durchführung der verschiedensten Behandlungsmethoden. Die Eingriffe können zum Teil auch ambulant auf Überweisung eines Gefäßchirurgen erfolgen.

Als zertifiziertes Gefäßzentrum unterliegen wir gemeinsam mit unseren Kollegen der Gefäßchirurgie einem umfangreichen und inhaltlich anspruchsvollen Zertifizierungs- und Qualitätskonzept der Fachgesellschaften Radiologie, Angiologie und Gefäßchirurgie. Im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit an den Städtischen Kliniken Mönchengladbach können wir Ihnen als Patientin/Patient die bestmögliche Diagnostik und Therapie Ihrer Erkrankung anbieten.

Die Radiologie der Städtischen Kliniken Mönchengladbach ist zertifiziertes Ausbildungszentrum der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DeGIR) und nimmt durchgehend am Qualitätssicherungsprogramm der Fachgesellschaft teil.

Darüber hinaus führen wir zwei Mal im Jahr Schulungen für ärztliche Kollegen in der Technik der Thrombektomie bzw. Atherektomie durch.

Diagnostik

CT-Angiographie (CTA)

Bei der Gefäßdarstellung in der Computertomographie wird ein 3D-Datensatz (Volumendatensatz) von einer Körperregion erstellt und die Kontrastmittelgabe auf die zu untersuchenden Gefäße – Arterien oder Venen – zeitlich abgestimmt. Das jodhaltige Röntgenkontrastmittel wird über einen venösen Zugang mit einer Kontrastmittelpumpe (Injektor) eingebracht. Mit der Methode können die Kopf-Hals-Gefäße genauso wie die gesamte Hauptschlagader (Aorta), die Gefäße der Bauchorgane oder die Becken-Bein-Arterien dargestellt werden. Der Patient liegt hierbei auf dem Rücken auf dem CT-Tisch und wird durch den CT-Ring gefahren. Die Gefäße werden anschließend am Computer nachbearbeitet und als 2D-Projektion oder 3D-Rekonstruktion dargestellt. Zur Auswertung durch den Radiologen müssen sehr dünne Schichtbilder von den Gefäßen erstellt werden. Deren Auswertung nimmt Zeit in Anspruch, da es - je nach untersuchter Region - ein paar Tausend Bilder sein können.

MR-Angiographie (MRA)

Die Gefäßdarstellung mit der Magnetresonanztomographie ist ein alternatives Verfahren. Die MRT erstellt Schnittbilder ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen. Anstelle des jodhaltigen Röntgenkontrastmittels wird eine MR-Angiographie mit einem Gadolinium-haltigen Kontrastmittel erstellt. Mit der MRT können letztlich die gleichen Gefäßareale untersucht werden wie mit der CT. Die Untersuchung ist insgesamt etwas zeitaufwendiger, durch unser modernes MRT sind die Untersuchungen jedoch deutlich kürzer als früher. Eine Besonderheit ist die TWIST-MRA Sequenz, mit der eine dynamische MR-Angiographie möglich ist, so dass der Blutfluss erfasst werden kann.
Auch bei der MRA werden 2D- und 3D-Rekonstruktionen erstellt und zusammen mit den dünnen Originalbildern bewertet. Die MRA kann auch zum Einsatz kommen, wenn eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber jodhaltigem Röntgenkontrastmittel bei einem Patienten vorliegt. Einschränkend ist die Nierenfunktion und das Vorhandensein von nicht MR-fähigen Herzschrittmachern/ Defibrillatoren.

Digitale Subtraktionsangiographie (DSA)

Das Verfahren ist invasiv, da ein Katheter in das zu untersuchende Gefäß eingebracht werden muss, um das Röntgenkontrastmittel im Gefäß zu applizieren und es somit für den Röntgendetektor und letztlich den Radiologen sichtbar zu machen. Da eine Punktion einer Ader zum Einbringen der Katheter notwendig ist, müssen vor der Untersuchung Kontraindikationen abgeklärt werden. Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung. Die eingebrachten Kunststoffkatheter sind heutzutage sehr fein. Der Hauptzugangsweg ist über die Leiste, hier ist eine sichere Punktion möglich, aber auch in der Achselhöhle oder in der Ellenbeuge kann man in das Gefäßsystem gelangen. Das Verfahren wird heutzutage nur noch selten zur reinen Diagnostik eingesetzt, da durch den Ultraschall und die CTA oder MRA bereits eine Abklärung erfolgt ist. In seltenen Fällen sind die Bilder der CTA oder MRA nur eingeschränkt beurteilbar, so das eine klärende DSA notwendig wird. Meist wird eine Angiographie heutzutage in „Interventionsbereitschaft“ durchgeführt, und das kranke Gefäßsegment in gleicher Sizung behandelt. Nach einer Katheterangiographie sind  Bettruhe und ein Verband notwendig, damit es an der Punktionsstelle nicht zu einer Nachblutung kommt.

Therapie

Darüber hinaus leistet die Gefäßradiologie minimalinvasive Gefäßbehandlungen für die Patienten des Gefäßzentrums: Der Abteilung stehen eine moderne Angiographie-Anlage und neueste Katheter- und Interventions-Materialien zur Verfügung. In der Angiographie führen wir minimal-invasive Therapien von arteriellen und venösen Gefäßprozessen durch:

Perkutane Ballonangioplastie (PTA)

Die Aufweitung einer Gefäßenge oder die Wiedereröffnung eines Gefäßverschlusses mit einem Ballon ist die interventionelle, von Radiologen und Kardiologen entwickelte Methode, bei der ein spezieller Ballonkatheter über einen Draht in das Gefäß eingebracht wird und unter Sicht (Röntgenkontrolle) der Ballon genau in der Enge mit Kontrastmittel gefüllt und das Gefäß somit aufgeweitet wird. Je nach Beschaffenheit der Enge (mit oder ohne Verkalkung) und Gefäßgebiet ist der Einsatz einer Gefäßstütze (Stent s.u.) notwendig. Manchmal ist es aber auch besser, bewusst auf einen Stent zu verzichten. Ergänzend können hochmoderne Katheterverfahren zum Einsatz kommen, die über spezielle mechanische Verfahren eine Wiedereröffnung des Gefäßes ermöglichen. Der häufigste Zugangsweg für eine Aufweitung mittels Ballonkatheter sind wieder die Leistenarterien. Der Eingriff erfolgt daher ebenso in örtlicher Betäubung wie eine diagnostische Angiographie.

Stent (Gefäßstütze)

Ein Stent wird im Rahmen einer oben beschriebenen PTA je nach Beschaffenheit einer Gefäßenge oder je nach betroffener Arterie eingesetzt. Hierzu gibt es jeweils spezifische Erfahrungen und wissenschaftliche Daten. Es gibt sehr viele verschiedene Stents, je nach Befund kann also ein exakt passender Stent verwendet werden. Da meist blutverdünnende Medikamente parallel zum Einsatz kommen, wird die Punktionsstelle in der Leiste mit einem speziellen System verschlossen. Sollte ein solches Verschlusssystem zum Einsatz kommen, werden Sie über die Verhaltensweise aufgeklärt und Sie erhalten einen entsprechenden Ausweis, den Sie drei Monate bei sich tragen sollten. Über den eingesetzten Stent erhalten Sie ebenfalls einen Ausweis, diesen sollten Sie immer mit sich führen.

Gefäßverschluß/Embolisation

Kurzschlussverbindungen zwischen Adern und Venen, sogenannte AV-Fisteln, oder blutende Gefäße können in der Angiographie minimalinvasiv behandelt werden. Wie in der rein diagnostischen angiographischen Darstellung gelangt der Radiologe auch bei dieser Intervention mit einem Angiographie-Katheter über die Leiste in das Ziel-Gefäß. Nach optimaler Positionierung des meist sehr feinen Katheters, Mikrokatheter genannt, werden verschließende Materialien wie Coils (kleine Platinspiralen) oder Flüssigembolisate (Öl, Gelfoam oder Histoacryl) eingebracht und die Fistel oder das blutende Gefäß verschlossen. Zum Repertoire gehören darüber hinaus Fremdkörperbergungen aus Gefäßen sowie Lagekorrekturen von dislozierten Kathetersystemen.

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Gefäß- & endovaskuläre Chirurgie
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
Telefon 02166 394-2060/61
Telefax 02166 394-2706
E-Mail gefaesschirurgie@sk-mg.de

Gefäßzentrum Mönchengladbach Gefäßzentrum Mönchengladbach DGG

 

Auszeichnungen & Zertifizierungen

 

Qualitätsbericht (ca. 2,6 MB)

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